Essay on Lydia Davis in the new issue of Manuskripte

Spreading the word on the inimitable Lydia Davis in the German-speaking world. 

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Die Geschichten des Erzählbandes Almost No Memory, erstmals 1997 veröffentlicht und 2008 in deutscher Übersetzung (Fast keine Erinnerung) im Literaturverlag Droschl erschienen, können als psychologisches Porträt einer Frau mittleren Alters gelesen werden, die sich mit all den üblichen Dingen auseinandersetzt, die das Leben ab einem gewissen Alter zu bieten hat: die Verwerfungen häuslicher Zwietracht, schrumpfende Horizonte, die ernüchternde Erkenntnis, dass uns nur noch sehr wenig ändern kann. Der Stimmen gibt es viele und eine, die in einer Polyphonie von vorausahnender Angst und Resignation zusammenlaufen. Wir hören „Ehefrau Eins, eine oft rabiate, zurzeit aber ruhige Frau“, die alleine zu Abend isst, nachdem sie mit „Ehefrau Zwei“ telefoniert hat; eine Professorin, die davon träumt, einen Cowboy zu heiraten, obwohl sie „so sehr an die Gesellschaft [ihres] Mannes gewöhnt [ist], dass [sie] ihn, sollte [sie] tatsächlich einen Cowboy heiraten, würde mitnehmen wollen“; und eine Frau, die sich „in einen Mann [verliebte], der schon seit einigen Jahren tot war“. Dann gibt es eine Frau, die „aus dem Haus [läuft], das Gesicht weiß, der Mantel wild flatternd, … ‚Rettung! Rettung!‘ rufend“; eine andere, die sich wünscht, eine zweite Chance zu haben, aus ihren Fehlern zu lernen; und eine, die „keine andere Wahl [hat], als weiterzumachen, so als wüsste [sie] im Großen und Ganzen, was [sie ist], auch wenn [sie sich] manchmal vielleicht vorzustellen versuch[t], was es denn nun ist, was die anderen wissen, wovon [sie] nicht weiß“. Die Liste setzt sich fort: Wir erfahren von einer Frau, die sich fragt, warum sie ihren Kindern gegenüber so bösartig werden kann; von einer anderen, die beim Anblick von „allem Pulsierenden, allem Stoßenden; allem kerzengerade in die Höhe Ragenden, allem Waagrechten und Auseinanderklaffenden“ an Sex denkt; und wieder einer, die „voll bösen Willens gegenüber jemandem [ist], den [sie . . .] lieben sollte, und voll bösen Willens gegen [sich] selbst, und ganz entmutigt, was die Arbeit angeht, die [sie] erledigen sollte“.
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Manuskripte 220

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